Die Zeiten ?

Arbeits-Verhältnisse

In jüngeren Jahren -was solls- Chef war Chef !
Aber Jahr für Jahr wurde mir deutlicher, dass es ein Riesen-Unterschied ist, ob ein "BefehlsHaber" oder eine "FührungsPersönlichkeit" das Sagen hat.


Befehlshaber leiten ihre Existenz-Berechtigung und Leistungsbilanz aus der Gesamt-Leistung der "Untergebenen" ab. Wenn diese dazu noch -per glücklichem Zufall- einige "Unter-geordnet" mit guten Führungsqualitäten befehligen dürfen/können, hat "das Unternehmen" -vorab- auch gute ZukunftsErwartungen. Welche -aus der Sicht des Befehlshabers
- natürlich  und einzig-   "seiner Majestät" Leistung zu verdanken sind.

Führungspersönlichkeiten sind sehr viele Vorarbeiter, Meister und auch noch AbteilungsLeiter. Eben bis zum mittleren Management. Führungspersönlichkeiten sind Menschen, die ihre Arbeit beherrschen und stetig dafür kämpfen, dass "um sie herum"guter Erfolg durch  ein bestmögliches Gesamtkonzept erreicht wird.

"Ganz oben" dominieren die MundWerker, die "Schmutzeler", die Andere für sich schaffen   -und für sich büssen-   lassen -   und zum krönenden Abschluss eines Betriebs-Untergangs  gar noch eine fette Abfindung ergattern.

Aber je höher, je doller ...
je weniger verantwortungsvolle Schaffer und je mehr selbstverliebte Despoten! Die es fertigbringen -in ihrem Wahn- mehrere Unternehmen nacheinader gegen die Wand zu fahren, weil sie vor Allem- fähig sind
"haltet Dieb!" zu schreien - und Andere verantwortlich zu machen 

Jedem, der eine neue Arbeit sucht, rate ich dringendst,
so schnell wie irgend möglich herauszufinden, welche Art Persönlichkeiten,
wie als OBERSTE dort im Gang sind - und wenn mehr als 1/3 ernsthaft frag-würdig sind,

nicht "dort" anzutreten
oder sich zügig einen guten Abgang zu erarbeiten !

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Wer meint, ich übertreibe - dem gebe ich gerne einige Beispiele aus meinen knapp 10 Jahren als angestellter Ingenieur:

1. In einem gut gehenden FamilienBetrieb (1x500 Mitarbeiter + 1x 100 Mitarbeiter)  + viele WohnHäuser im Eigentum, tritt ein FrauenArzt die ErbNachfolge an. Der weiss alles besser - und behandelt seine führenden Mitarbeiter (sind ja alle ohne Dr.-Titel!) je nach Laune zwischen wohlwollend und näselnd sprechend "von oben herab".  Die Betriebe werfen gute Gewinne ab. Das GesamtVermögen dürfte nahe 200 Millionen Euro sein. Sogar etwa 20 Jahre Dr-Regiment hält das -einst kerngesunde- Unternehmen aus - aber dann Konkurs.

2. Ein von der GrössenOrdnung ähnliches Unternehmen. 2 wenig begabte aber sehr autoritäre Brüder erben. Schon deren absonderliche Sparsamkeit war Alarmstufe rot:
Kundenbesuch, ca 300 km Autofahrt, 1 Chef und ich. Nach etwa 2 Stunden Frühstück. Halt nahe Raststätte. Chef packt Thermosflasche und belegte Brote aus.....
Ein altgedienter Kollege berichtet: Chefs Frau kocht noch auf HolzOfen. Der verrusste die Küche. Chef lässt GartenErde unter die billigste weisse Farbe mischen, damit alles gleichmässig braun.
Kein Konkurs, sondern mit anderer Firma zusammengeschlossen.

3. Grossbetrieb. Nahe 1000 Mitarbeiter. Eine Art Ausschuss (knapp 10% im JahersSchnitt) belastet sehr. Trotz Zonen-Randgebiet-Förderungen. Das Bundesland muss den Betrieb öfter vor Konkurs retten:
2 Ex-SS-Offiziere in leitender Position, aber fachlich deutlich unterqualifiziert,  mit den Inhaber gut befreundet, an die sich (ausser mir) niemand herantraute, waren die Verursacher.

4. GrossBetrieb. Etwa 1000 Mitarbeiter. 5 Teilbetriebe. Betriebsleiter intelligent und lässig. Bei Sekretärinnen unterm Rock. Bei Dienstreisen mit HostessBegleitung. Und die UnternehmerFamilie kassiert dauernd mehr als der Betrieb erwirtschaftet. Etwa 20 Jahre nach meinem "Besuch dort" Konkurs. Die Gebäude stehen über 1 Jahrzehnt leer. Verrotten. Verschandeln das Stadtbild.

5. GrossBetrieb. Über 1000 Mitarbeiter. In FamilienBesitz. Ich stelle mich vor. Soll als 2. Chef in einen 500-Mann TeilBetrieb. Der unterqualifiziert - aber von hoher Abstammung- Leiter blockt erfolgreich: Diese Position habe ich für meinen Sohn, der noc.h studiert, vorgesehen.
Die Familie muss ein paar Jahre später den TeilBetrieb (selbstständige GmbH) in Konkurs gehen lassen.

6. Teil-Betrieb (etwa 500 Mitarbeiter) eines grossen Konzerns. In den Schlüssel-Positionen fast nur Ex-Militärs. Meinem "Kommandeur" gefällt meine Arbeitsweise aber missfällt meine mangelhafte Untertänigkeit noch mehr. Nach gut 3 Monaten bin ich wieder weg. Etwa 20 Jahre bis Konkurs.

7. Ein Betrieb, der mit Sonder-Legierungen (beispielsweise Dental-Metallen, schneidhaltigen Metallen, Hochtemperatur-Metallen, gut etabliert war. Man war erfreut, wie (nach meinem Start dort)  Stückchen für Stückchen Qualitäten beherrschbarer wurden. Eine Legierung, mit der man per Nachbearbeitung "im Haus" beispielsweise Ventile für VerbrennungsMotoren herstellte machte Probleme - weil man damit -rätselhafterwise- hohe Verluste einfuhr. Mehrere Kollegen versuchten schon die Wurzel des Übels zu erkennen. Erfolglos. Es schien immer alles bestens.

Bis der "Chef", der ähnlich wie "Reibacher" hiess dann zu mir kam.

Erst mal sah ich mir an, was die Kollegen so alles untersucht hatten. Gut gemacht - alle- aber kein Ergebnis -leider-. Also nahm ich mir andere Themen und GesichtsPunkte vor - und siehe da:
Der jetzige Geschäftsführer war verantwortlich:
Als er noch Verkaufsleiter war , fuhr er einen Dauer-Gross-Auftrag dadurch ein, indem er bei der Kalkulation clever trickste - und "so" die Konkurrenz unterbieten konnte --- was ihn -wegen seiner "überragenden Fähigkeiten" zum Geschäftsfüher "adelte".
Ich teilte ihm dies -sehr zurückhaltend, aber klar- mit.
Und wurde kurz darauf aus "besonderen" Gründen fristlos gekündigt. 
Das erste und einzige Mal in meinem Berufsleben, dass mir gekündigt wurde.
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Die "Schwerpunkte" meiner Tätigkeiten lagen im Rückblick auf:
gut organisiertem, ineinandergreifendem Arbeitsfluss,
vorausschauender Qualitätssicherung
betriebskonformer Optimierung von ArbeitsTechniken
optimalem Ineinandergreifen der TeilBereiche
respektvollem und humanem Umgang mit allen Mitarbeitern. -
Dabei Grenzen setzend bei denjenigen, die sich als "Stars" aufführten

Fast alle Giessereien, die mir als Haupt- oder Neben-Betrieb anvertraut wurden, hatten Probleme im/mit dem Schmelzbetrieb und sonstigen TeilBetrieben, wo mit "Temperatur-Behandlungen" gearbeitet wurde.

Im Schmelzbetrieb werden aus (kalten) Einzelbestandteilen, die verschiedenen flüssigen Metall-Legierungen hergestellt. Kein einziger der dort verantwortlichen "OberKöche" hatte voll begriffen, dass in einen Schmelzofen NICHT NUR oben eine FertigSuppenMischung hineingegeben wird, damit die angestrebte "Suppe"unten  herauskommt.
KEINER der "Oberköche" dosierte ALLES  behutsam oder hatte ein Gefühl für optimales, gefühlvolles "timing" bezüglich Taktung der "Zugaben" und sensibler Temperaturführung seines "Kochtopfs".

KEINEM war 100% tig beizubringen, dass ein Schmelzofen vergleichbar ist mit einem Magen,  dem man -beispielsweise- nicht einen Teelöffel Salz und Gewürze zuführt, weil man die ursprüngliche Suppe zu fad eingestellt hatte !
Fast überall konnte -mindest-  die Hälfte der Ausschuss-Produktion des Gesamtbetriebs auf "grenzwertige" "Koch - und Backwaren" zurückgeführt werden.
Das GrundÜbel bestand aber darin, dass KEINER der Unternehmens-Leitungen bewusst war, dass nur bestens ausgebildete "Köche" garantieren, dass in einem stark nachgefragten Lokal viel und teuer aufgetischt werden konnte !
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Ich hatte wohl  bei der Auswahl "meiner" Arbeitgeber deswegen überdurchschnittlich Pech - weil mich  fast nur die angebotene, interessante, Arbeit, der AufgabenBereich interessierte ---
und ich  erst dann auch auf den "Charakter" des Betriebs, und dessen FührungsPersonals achtete, als ES bereits zu spät war.

Ich hoffe sehr, mit dieser Information einigen Neustartern die Augen geöffnet zu haben, auf was man UNBEDINGT vor Antritt eines neuen ArbeitsVerhältnisses achten muss.

Der Begriff Arbeits-Verhältnis signalisiert es "unterschwellig" :
nicht nur die  "interessante" Arbeit
sondern auch die "Verhältnisse" beim Arbeitgeber sind zu beachten ! 

Glück auf !